Nun sind sie wieder da, die „Stadt für Alle“ Nachrichten aus Freiburg und der Welt. Wer nicht lesen will, kann sie hier bei RDL nachhören.
[FR] MIETENWAHNSINN
Das NDR-Datenteam hat die aktuellen Angebotsmieten untersucht. In Freiburg liegt die Angebotsmiete demnach bei 15,10 € pro qm. Vor 10 Jahren waren es noch 10,8 € pro qm; das bedeutet eine Steigerung von 39 Prozent. Auch das Umland ist keine günstige Alternative. In Gundelfingen liegt die Angebotsmiete bei 14,30 € pro qm. 2015 waren es noch 9,60 €; eine Steigerung von 49 %.
[FR] FREIBURG IN BA-WÜ AM TEURSTEN
Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung kommt hauptsächlich aufgrund oben genannter Tatsache zum Ergebnis, dass Freiburg in Baden-Württemberg die teuerste Stadt ist. Es wurden Wohn- und Lebenshaltungskosten – darunter Mieten, Strom, Gas und Lebensmittel – betrachtet. Bundesweit kommt Freiburg auf Platz fünf der teuersten Regionen. Freiburg liegt 13,4% über dem Bundesdurchschnitt. Die Wohnkosten liegen sogar 41,5% über dem Mittelwert. Mit knapp 39.300 Euro im Jahr im Schnitt, verdienten die Menschen in Freiburg aber weniger als der Bundesdurchschnitt. Eine ungute Mischung.
[FR] WOHNUNGSLOSIGKEIT STEIGT
Nach dem aktuellen Bericht der städtischen Wohnungsnotfallhilfe gibt es in Freiburg rund 1800 wohnungslose Menschen. 744 sind in Unterkünften der Stadt oder von kooperierenden Trägern untergebracht. Weitere 250 stehen auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz. Etwa 1000 Personen haben eine Postersatzadresse und gelten damit als „verdeckt wohnungslos“. 50 Menschen, die draußen im öffentlichen Raum nächtigen, haben keine Postersatzadresse. Die Zahl derer, die auf der Straße übernachten, ist von Anfang 2024 bis Anfang 2025 von 133 auf 199 gestiegen. Besonders bei der Unterbringung wohnungsloser Einzelpersonen „stößt die Stadt Freiburg immer stärker an ihre Grenzen“, so der Bericht. „Die städtische Notübernachtung Oase ist mittlerweile durchgängig überbelegt“, erklärt der Pressesprecher der Stadt Toni Klein, gegenüber der BZ. Eigentlich gebe es 35 Regelplätze. Im November hätten im Durchschnitt aber 72 Personen dort übernachtet. Auch die Bahnhofsmission berichtet, dass sie an gut besuchten Tagen den Aufenthalt zeitlich begrenzen müsse.
Schon ohne die Teams der Straßensozialarbeit und der Wohnungssicherung seien fast 50 städtische Mitarbeitende damit beschäftigt, sich um die Unterbringung und sozialen Hilfen wohnungsloser Menschen zu kümmern. Mit mehr bezahlbaren Wohnungen bräuchte es dafür vermutlich weniger städtische Angestellte.
[FR] BEFREIUNG VON DER BEZAHLKARTE?
Eine breite Mehrheit im Gemeinderat hat Oberbürgermeister Martin Horn aufgefordert, einen Antrag nach dem im Oktober in Kraft getretenen kommunalen Regelungsbefreiungsgesetz zu stellen, um sich von der ausgrenzenden Bezahlkarte für Geflüchtete befreien zu lassen. Ein entsprechender Antrag erhielt 33 Ja-Stimmen, bei 11 Gegenstimmen. Zur Bezahlkarte heißt es darin: „Die Einführung erzeugt für die Stadt Freiburg zusätzlichen Verwaltungsaufwand, neue Kontroll- und Prüfprozesse sowie nicht gegenfinanzierte Kosten – und dies, ohne dass ein nachweisbarer Mehrwert für Verwaltung, Betroffene oder Integration entsteht.“ Weiter heißt es: „Eine Befreiung nach dem KommRegBefrG würde es der Stadt dagegen ermöglichen, im Sinne des Gesetzgebers vereinfachte, ressourcenschonende und integrationsfreundlichere Verfahren zu erproben. Jetzt kann die baden-württembergische Landesregierung zeigen, ob sie es mit dem Bürokratieabbau ernst meint.
[FR] GEMEINDERAT GIBT KOMPETENZ AN STADTVERWALTUNG AB
Der Freiburger Gemeinderat hat sich dem im Bund beschlossenen sogenannten Bauturbo angepasst und seiner Entmachtung in Bauangelegenheiten zugestimmt. Der Bautorbo sieht eine Ausweitung der Befreiungsmöglichkeiten von den Festsetzungen eines Bebauungsplans vor, z.B. für Aufstockungen, Anbauten oder Bauen in der zweiten Reihe. Zudem sind Abweichungen vom Gebot des Einfügens in die nähere Umgebung im ungeplanten Innenbereich über die bisher bestehenden Möglichkeiten hinaus möglich. Über solche Anträge soll zukünftig die Stadtverwaltung entscheiden. Der Gemeinderat wird erst im Nachhinein informiert. RDL-Gemeinderatskorrespondent Michael befürchtet ein „leichtes Spiel für Investoren, die ihren Profit maximieren wollen“.
[FR] SYMBOLISCHE HAUSBESETZUNGEN
In Freiburg haben die „autonomen Weihnachtswichtel“ symbolisch mehrere Häuser besetzt. In der Maria Theresia Straße 3 in der Wiehre wurde eine Villa besetzt, die im November 2024 schon einmal kurzfristig besetzt worden war und seit Jahrzehnten leer steht. „Zu wenig Sozialwohnungen, teure Luxusneubauten und eine verfehlte Wohnungspolitik führen zu einer Zuspitzung des Wohnungsmarktes. Während in Freiburg – auch große – Häuser leerstehen, spitzt sich die Wohnungskrise immer weiter zu“, so die Weihnachtswichtel, die auch der Fehrenbachallee 52 im Stühlinger einen Besuch abstatteten. Auf der Fassade war zu lesen: „2x mal besetzt, 6 Jahre her, immer noch leer“. Früher wurde das Gebäude, das neben einer Art Wohngebäude auch noch ein großes hallenartiges Hinterhaus aufweist, von der Umwelt- und Gewerbepolizei genutzt. Es gehört dem Land Baden-Württemberg.









