Im Kontext der „Eurokrise“ gibt es seit Jahren eine Kampagne Armut wegzudefinieren, denn die Legitimation des „besten aller Gesellschaftssysteme“ (Kapitalismus) hat die letzten Jahre gelitten. Die breite Verarmung, die nun auch in ganz Europa unübersehbar ist, passt nicht zur Erzählung, dass Wohlstand für Alle im Kapitalismus möglich sei.
“Je besser es dem Standort Deutschland geht, desto mehr wächst die Armut“
So wird versucht, jüngst wieder bei der Vorstellung des Armutsberichtes des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, den „relativen Armutsbegriff“ in Frage zu stellen und abzuschaffen. So müsste mensch nicht mehr über das lästige Thema Armut reden: „Denn wer dem Paritätischen Wohlfahrtsverband seine Botschaft einfach so abkauft, den kann schnell die Wut packen – auf ein System, das die eigenen Bürger angeblich in Armut vegetieren lässt“, heißt es im „Spiegel“. Und weiter: Wer über Armut rede, betreibe das Geschäft der Rechtsradikalen, da er Ressentiments schüre und die Menschen in die Hände der Rechtsradikalen von AfD und Co. treibe!
Wow! Also nicht Armut, Ausgrenzung, Ausbeutung und Kapitalismus sind das Problem, sondern diejenigen, die Auswirkungen dieses Systems zum Thema machen. Weiterlesen